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Bruxismus: Ursachen und Behandlung des Zähneknirschens

Unter dem Begriff Bruxismus (auch ugs. Zähneknirschen genannt) versteht man die wiederholte Anspannung der Kaumuskulatur. Diese kann mit unwillkürlichem Zähneknirschen, dem Aufeinanderpressen der Zähne oder auch ohne Kontakt der Zähne einhergehen. Häufig geschieht das Zähneknirschen im Schlaf (Schlafbruxismus), was die bewusste Unterdrückung unmöglich macht und von den Betroffenen häufig selbst nicht wahrgenommen wird. Seltener tritt der Bruxismus im Wachzustand auf (Wachbruxismus). Bruxismus kann prinzipiell in jedem Alter ab dem Durchbruch der Milchzähne beginnen, tritt aber am häufigsten jedoch im zweiten bis dritten Lebensjahrzehnt auf. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen.

Die Folgen reichen von schweren Schädigungen der Zähne bis hin zum vollständigen Zahnverlust. Umso wichtiger ist es, das unwillkürliche Zähneknirschen schnellstmöglich zu diagnostizieren und passende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

In diesem Blogartikel bieten wir Ihnen alle Informationen rund um das Thema Bruxismus. Sollten Sie bereits weiterführende Fragen haben, steht unser Team Ihnen gerne zur Verfügung. Wir sind Ihre Experten für die Behandlung von Bruxismus.

Welche Ursachen kann das nächtliche Zähneknirschen haben?

Bruxismus ist ein komplexes Phänomen - seine Ursachen setzen sich immer aus unterschiedlichen Faktoren zusammen wie dem individuellen Befinden, Lebensstil und Umfeld des Betroffenen. Es lassen sich dennoch charakteristische Ursachen nennen, die bei einer großen Zahl von Betroffenen festzustellen sind:
Galt in der Vergangenheit „fehlerhafte Zahnkontakte“ als Hauptgrund von Bruxismus, werden die Ursachen heute wesentlich differenzierter betrachtet.

  • emotionaler Stress
  • Angststörungen
  • Schlafstörungen
  • Sodbrennen
  • Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf),
  • Nikotin-, Alkohol- und Drogenkonsum,
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • genetische Faktoren
  • Erkrankungen wie beispielsweise nächtliche Epilepsie, Chorea Huntington, Parkinson-Syndrom,

Von einem primären Bruxismus spricht man, wenn keine klare medizinische Ursache vorliegt. Dann werden Faktoren wie emotionaler Stress als ursächlich vermutet. Liegen neuronale oder psychiatrische Störungen vor, spricht man von einem sekundären Bruxismus. Auch Medikamente oder Schlafstörungen zählen zu dieser Art des Bruxismus.

Das stressbedingte nächtliche Zähneknirschen lässt sich vermehrt feststellen. Hält emotionaler Stress, oftmals unbewusst, über einen längeren Zeitraum an, spannen vielen Menschen ihre Muskulatur stärker an. Dies betrifft insbesondere den Kiefer- und Gesichtsbereich, aber auch die Muskeln im Nacken, in der Schulter und im Rücken. Demzufolge können auch Substanzen, die erregend auf das zentrale Nervensystem wirken (wie z.B. Nikotin, Alkohol, Koffein, Drogen und Medikamente) zu einem regelmäßigeren Zähneknirschen führen.

Was sind Symptome und Folgen des Bruxismus?

Viele Symptome, die beim Bruxismus auftreten, sind für den oder die Betroffenen gar nicht direkt dem Kiefer zuzuordnen: Zähneknirschen und Anspannungen in der Kiefermuskulatur führen in vielen Fällen zu Kiefer- und Kopfschmerzen sowie Druck auf den Ohren, Nackenschmerzen oder sogar Tinnitus. Dies macht das Erkennen der Problematik schwierig; doch manche Patienten und Patientinnen werden von Familienmitgliedern oder dem Partner auf „Knirschgeräusche“ im Schlaf aufmerksam gemacht. Häufig wird das Knirschen bei der Kontrolluntersuchung durch den Zahnarzt festgestellt. Typische Anzeichen wie „an- oder abgekaute“ Zähne (übermäßige Zahnabnutzung), vergrößerte Kaumuskeln, Abdrücke der Zähne in Wange und Zunge weisen für den behandelnden Zahnarzt auf einen möglichen Bruxismus hin. Eine erhöhte Bruxismusaktivität zeigt sich auch durch Schläfenkopfschmerzen oder Schwierigkeiten bei der Kieferöffnung am Morgen. Aber auch Ermüdungserscheinungen der Kaumuskulatur oder überempfindliche Zähne können unmittelbare Folge von Bruxismus sein.

Welche Auswirkungen hat Zähneknirschen auf den gesamten Körper?

Sind das Zähneknirschen und Kieferpressen von Dauer, folgen häufig nicht nur Zahnabnutzungen, sondern auch wiederholt auftretende Schäden an Füllungen, Kronen oder Brücken, an Prothesen oder Implantaten, zusätzlich zu den Kopf- und Gesichtsschmerzen.

Bruxismus ist deshalb auch ein enormer Risikofaktor für das Auftreten von Störungen und Schmerzen im Kausystem, den so genannten kraniomandibulären Dysfunktionen (CMD = Fehlfunktion zwischen Schädel und Kiefergelenk). Wenn die Zahnreihen nicht mehr richtig aufeinanderpassen, setzt das häufig eine unangenehme Kettenreaktion in Gang: Die Kiefergelenke nehmen durch den veränderten Biss eine ungewöhnliche Position ein und bewirken dadurch Muskelverspannungen, die sich vom Kiefer auf den gesamten Körper übertragen können.

Behandlung – Zahnschiene gegen Knirschen

Bruxismus ist nicht direkt heilbar, jedoch kann man den Ursachen entgegenwirken und Symptome lindern.. Ein wichtiger Behandlungsschritt ist der Einsatz von Knirschschienen: sie schützen den Zahn vor Abnutzung und verringern die Aktivität der Kiefermuskulatur in der Nacht. So lassen die Beschwerden im Kiefer und die Kopfschmerzen nach. Bei Schlafbruxismus kann die Behandlung durch Methoden des Biofeedbacks unterstützt werden.

Schäden an den Zähnen können – je nach Schweregrad - mit keramikverstärkten Kunststoffen oder mit wiederhergestellt werden. Bei Wachbruxismus kann die Selbstbeobachtung und folglich wiederholte Zahnstellungskorrektur helfen: achten Sie darauf, dass Ihre Zähne, auch wenn der Mund geschlossen ist, nicht aufeinandertreffen. Ein großer Faktor, den wir bewusst beeinflussen können, ist unser Umgang mit Stress: lernen Sie, gezielt zu entspannen, einen guten Ausgleich zu finden und mehr Ruhe in Ihr Leben zu integrieren. So können Sie bald wieder mehr Ruhe in Ihre Kieferregion bringen.

Experte für die Behandlung von Zähneknirschen – Dr. Dietzel in Lingen

Sie haben noch weitere Fragen zum Bruxismus und wie diese Erkrankung am besten behandelt wird oder Sie vorbeugen können? Rufen Sie uns gerne unter der Nummer 0591316630001 an oder schreiben Sie uns eine E-Mail an info@drdietzel.com.

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