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Vor jedem zahnmedizinischen Eingriff erläutern wir unseren Patienten den bevorstehenden Eingriff

Parodontologie: Alles zum Thema Parodontose

unterschätzte Erkrankung & wie Sie bei Ihrem Zahnarzt behandelt werden kann

Eine Parodontitis, im Volksmund auch Parodontose genannt, ist eine Erkrankung des Zahnhalteapparates. Verursacht wird die Parodontose durch Bakterien und Entzündungsreaktionen des Körpers. Betroffen ist zunächst das Zahnbett, also das Gewebe, welches den Zahn umgibt und eine stabilisierende Funktion hat. Durch diese Erkrankung wird der Kieferknochen zerstört, wodurch es bei fortgeschrittener Erkrankung zu Zahnverlust kommt. Seltene Formen der Parodontose führen unbehandelt schon bei jungen Erwachsenen zu Zahnverlust. Eine Zahnfleischentzündung ist für Sie nur schwer zu erkennen.
Folgende Symptome können auf eine Zahnfleischentzündung hinweisen:

- Erhöhte Neigung zu Zahnfleischbluten
- Geschwollenes Zahnfleisch
- Verfärbter bakterieller Belag an den Zähnen

Gerne beraten wir Sie ausführlich zum Thema Parodontologie, in unserer Praxis in Lingen führen wir gerne eine ausführliche Präventionsbehandlung durch.

Volkskrankheit Parodontose?

Parodontose gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen des Menschen. So gehen Studien davon aus, dass allein in Deutschland fast jeder zweite Erwachsene unter Parodontitis leidet. Lediglich Karies weist eine ähnlich hohe Anzahl von Erkrankten auf.
Viele Betroffene bemerken die Erkrankung zunächst nicht, Symptome werden häufig bagatellisiert. Die Krankheit, die sich zu Beginn durch leichtes Zahnfleischbluten bemerkbar macht, kann sich ohne Behandlung somit ungehindert ausbreiten. Zudem nehmen wenige Leute das Angebot einer professionellen Zahnreinigung war, obwohl diese die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Parodontose signifikant verringern kann. So leiden Patienten, die sich regelmäßig in einer Praxis die Zähne reinigen lassen, um bis zu 50 % weniger unter einer Parodontose.

Wie entsteht eine Parodontose?

Vorbote einer Parodontose ist immer eine Zahnfleischentzündung. Diese lässt sich in den meisten Fällen durch eine professionelle Zahnreinigung erfolgreich behandeln. Auslöser für eine Zahnfleischentzündung sind Beläge, die sich ober- und unterhalb vom Zahnfleisch anlagern. Dieser Belag besteht aus Speiseresten, speziellen Bestandteilen des Speichels und vor allem aus Bakterien, deren saure Ausscheidungen zu Karies und zu Zahnfleischentzündungen führen.
Wird der Zahnbelag nicht rechtzeitig unterhalb vom Zahnfleisch entfernt, wandert der Belag weiter in Richtung Zahnwurzel. Es entsteht zwischen Zahnwurzel und Zahnfleisch ein Spalt, die Zahnfleischtasche.

Sie stellt einen idealen Lebensraum für Bakterien dar. Gifte aus dem Bakterienstoffwechsel zerfressen regelrecht den Kieferknochen und das Zahnfleisch. Auf diese Gifte reagiert der Körper mit einer Entzündung, eitriger Ausfluss bildet ein zusätzliches Symptom der Krankheit.

Ist der Kieferknochen einmal zerstört, wird er sich nicht wieder vollständig regenerieren. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Erkrankung so schnell wie möglich zu therapieren. Wird die Erkrankung nicht gestoppt, wird sie zur Zahnlockerung und schließlich zum Zahnverlust führen. Was somit relativ harmlos mit leichtem Zahnfleischbluten begann, kann letztlich zu einer deutlichen Einschränkung der Funktion, aber auch der Ästhetik der Zähne führen.

Welche Symptome treten bei einer Parodontose auf?

Meist schreitet die Erkrankung unbemerkt und relativ langsam voran und wird deshalb häufig erst sehr spät entdeckt. Da Parodontose nur selten tatsächliche Schmerzen verursacht, ist insbesondere auch geringfügiges Zahnfleischbluten ein ernstzunehmendes Warnsignal. Suchen Sie Ihren Zahnarzt auf, der eine Vorsorgeuntersuchung durchführen wird.
Einige Hinweise bzw. Symptome der Krankheit sind:

• Die Verfärbung des Zahnfleischs, welches statt rot eher bläulich-rot wird.
• Der Rückgang des Zahnfleischs, sodass Zähne und im Extremfall bereits Zahnhälse freiliegen.
• Das Zahnfleisch reagiert auf Berührungen mit Bluten.
• Das Entstehen von Zahnlücken und das Verschieben der Zähne, was aber bereits auf eine späte Phase der Krankheit hinweist.

Wie läuft eine Parodontose-Behandlung ab?

Eine bestehende Parodontose wird durch eine systematische Parodontalbehandlung zum Stillstand gebracht. Grundlage jeder Behandlung ist dabei die vollständige Beseitigung der verursachenden bakteriellen Beläge. Je nach Ausgangssituation sind für diese Maßnahmen mehrere Behandlungen notwendig: Vor-, Haupt- und Nachbehandlungen. Bei bereits fortgeschrittener Erkrankung mit hoher Aggressivität der Bakterien wird zusätzlich zur Behandlung Antibiotika in verschiedenen Formen angewandt.
Einen Behandlungserfolg verspricht die Reinigung der Zahnfleischtasche, wobei dieser Eingriff unter örtliche Betäubung durchgeführt werden kann. Die Zahnwurzel können, falls sie schon freiliegen, geglättet werden, was ein erneutes Ablagern der Bakterien erschwert. Sollte das Gewebe rund um den Zahn bereits zerstört sein, können chirurgische Maßnahmen zum Aufbau neuen Gewebes getroffen werden.

Welche Nachsorgeuntersuchungen sind notwendig?

Durch die gezielte Therapie hat man die Erkrankung zunächst im Griff. Jedoch gelangen durch unsere tägliche Nahrungsaufnahme wieder Beläge zwischen Zahn und Zahnfleisch. Daher ist es wichtig, in regelmäßigen Abständen diese Beläge professionell entfernen zu lassen, um effektiv einer erneuten Erkrankung vorzubeugen. Langfristig wirkt man so der weiteren Zerstörung des Zahnhalteapparates und dem damit einhergehenden Zahnverlust entgegen. Ziel ist es, die Gesunderhaltung des ganzen Organismus zu sichern und auch im Alter ein schönes Lächeln mit den eigenen Zähnen zu erhalten!

Gingivitis und Parodontitis – Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Zahnfleischbluten muss nicht zwangläufig ein Hinweis auf eine Parodontitis sein. Dieses Symptom teilt sich die Erkrankung vielmehr mit der sogenannten Gingivitis. Die Gingivitis stellt eine Entzündung des Zahnfleischs dar, was sich durch eine Rötung und Schwellung bemerkbar macht. Bei Berührung können Schmerzen und die bereits erwähnten Blutungen auftreten.
Der Auslöser einer Gingivitis ist zumeist bakterieller Plaque, welcher sich an den Zähnen gebildet hat. Dementsprechend zielt eine Therapie auf die Entfernung des Plaques und einer Verbesserung der Mundhygiene ab.

Welche Folgeerkrankungen können durch eine Parodontitis entstehen?

Ist die Parodontose bereits stark fortgeschritten, kann die Erkrankung zahlreiche Folgekrankheiten im gesamten Körper auslösen. Die letztlichen Folgen für die Gesamtgesundheit können teils drastisch sein.
So steht die Parodontitis im Verdacht, das Risiko für Diabetes und Herzerkrankungen deutlich zu steigern. Durch die hohe bakterielle Belastung kann die Krankheit sogar rheumatoide Arthritis auslösen.
Mehrere Studien zeigen zudem den Zusammenhang zwischen Frühgeburten und der Parodontitis auf, weshalb Zahnvorsorge auch in der Schwangerschaft nicht vernachlässigt werden sollte.

Welche Risikofaktoren begünstigen eine Parodontitis?

Neben den bereits genannten Ursachen gibt es mehrere Risikofaktoren, die den Ausbruch der Krankheit begünstigen können. Dazu zählen dauerhafter Stress, Diabetes, Allergie, aber auch genetische Faktoren. Auch hormonelle Veränderungen, etwa während der Pubertät oder der Schwangerschaft, können Auswirkungen auf die Krankheit haben.
Zudem hat Rauchen einen erheblichen Einfluss auf die Zahngesundheit und dementsprechend auf die Bildung einer Parodontitis.

Welche Vorbeugemaßnahmen können getroffen werden?

Wie bereits mehrfach erwähnt wurde, ist es wichtig, dass die Krankheit möglichst früh erkannt wird. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, professionelle Zahnreinigungen und eine ideal durchgeführte, eigene Zahnpflege bilden die Grundlage für eine allgemeine Zahngesundheit. Somit beugen Sie einer Parodontitis vor bzw. diese kann nach Ausbruch frühzeitig behandelt werden.
Gerne beraten wir Sie ausführlich in unserer Zahnarztpraxis in Lingen rund um das Thema Vorsorgeuntersuchung und Parodontologie.